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Die Galerie der Gegenwart zu Gast auf der Fleetinsel
21. Februar bis 4. Mai 1997
Admiralitätstraße 71
Mo bis Fr 11 bis 13 Uhr und 15 bis 19 Uhr,
Sa 11 bis 14 Uhr zu sehen. Anläßlich der Eröffnung
ihres Erweiterungsbaus, der Galerie der Gegenwart, am 23. Februar
ist die Hamburger Kunsthalle zu Gast bei den Galerien auf der Fleetinsel.
Sie stellt dort die bislang größte Arbeit von Andreas Slominski
aus: heizen.
Andreas Slominski zeigt in seinen Werken seinen besonderen Sinn für
subtile Wahrnehmungen und für verborgene Bezüge, und immer
wieder werden seine Installationen von scheinbar abwegigen Aktionen
begleitet und bestimmt, die diese gedankliche Arbeit veranschaulichen.Die
Arbeit heizen hat Slominski erstmals 1996 in einer Ausstellung im
Portikus in Frankfurt/M. vorgestellt. Ein benachbartes Gebäude
erinnerte ihn an einen Windmühlenstumpf, und so entwickelte sich
die Idee, Windmühlenflügel zusammenzutragen, ungewöhnliches,
großes Holz, das in einem kleinen Ofen verfeuert werden soll.
Für die Situation im Ausstellungsraum auf der Hamburger Fleetinsel
hat Slominski zusätzliche Windmühlenflügel herangezogen.

Das Abnehmen der Flügel, das Hinterlassen des Windmühlenstumpfes
in der Landschaft, der Transport einschließlich des Hineinzwängens
der sperrigen Flügel durch die enge Raumöffnung, das Zerkleinern
und Verfeuern im Raum - all dies ist Bestandteil des Werkes.Zentrum
der Installation ist der kleine Ofen, sein Feuer zieht den Besucher
an und lädt zum Verweilen ein. Es ist ein außergewöhnlicher
Ofen, aus dem Bremsluftdruckkessel eines LKW gebaut und rückseitig
von einem Blech ummantelt, dem von unten Luft eingeblasen wird, die
über ein Heißluftrohr in den Ausstellungsraum entströmt.
Alle Sinne werden angesprochen - vom Geruch der frischen Holzspäne
beim Sägen, vom knisternden Geräusch des verbrennenden Holzes,
von der ausstrahlenden Wärme.Was einst Windenergie erzeugte,
wird nun selbst in Energie gewandelt; ein Energiekreislauf scheint
sich zu schließen. Das Werk unterliegt einem ständigen
Wandel. Die Verbrennung bedeutet nicht das Ende, sondern durch die
Umwandlung zugleich einen neuen Anfang. Es ist eine Überführung
in einen anderen Aggregatzustand: eine materialgerechte Aktion, die
das ausgediente Holz fordert. Asche fällt an, und die Sägespäne
fängt er in seinem Schuh auf. Der Künstler sammelt die Späne
und lenkt auf erfrischende Weise unsere Aufmerksamkeit auf das scheinbar
Nebensächliche. Andreas Slominski benutzt die Windmühlenflügel
als Brennholz, doch das von ihm gewählte Material ist symbolisch
und mythologisch bedeutungsvoll; es wird zum Auslöser von Assoziationen.
Bildlich betrachtet, wird der Wind in den Flügeln der Windmühle
gefangen. Ist dann die Windmühle nicht auch eine Falle, vergleichbar
den zehn Tier-Fallen, die die Hamburger Kunsthalle 1994 von Slominski
erworben und mit denen der Künstler in der Galerie der Gegenwart
einen Raum eingerichtet hat?Dörte Zbikowski
An folgenden Terminen wird der Künstler Windmühlenflügel
zersägen und verfeuern:Freitag, 21. Februar 1997, 19 Uhr Eröffnung
Samstag, 22. Februar 1997, 12.30 Uhr
Montag, 24. Februar 1997, 17.30 Uhr
Samstag, 1. März 1997, 12.30 Uhr
Dienstag, 4. März 1997, 17.30 Uhr
Freitag, 14. März 1997, 17.30 Uhr
Samstag, 22. März 1997, 12. 30 Uhr
Donnerstag, 3. April 1997, 19 Uhr KÜNSTLERGESPRÄCH
Samstag, 12. April 1997, 12.30 Uhr
Freitag, 18. April 1997, 17.30 Uhr
Samstag, 3. Mai 1997, 12.30 Uhr
Zur Ausstellung ist ein Plakat erschienen. Es ist für DM 12,- im
Ausstellungsraum Admiralitätsstraße und am Buchstand in der
Kunsthalle erhältlich. Als Edition, vom Künstler signiert,
kostet es DM 30,- |