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Gregor Schneider · Hannelore Reuen
14. Februar bis 11. Mai 2003
Galerie der Gegenwart und in der Rotunde

Biographie >>

Gregor Schneider, geboren 1969, gilt spätestens seit der Auszeichnung mit dem Goldenen Löwen für sein Totes Haus u r im Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig 2001, als herausragender Künstler mit einem rätselhaften Werk.

Das Haus u r in Rheydt, an dem er seit 1985 radikal und obsessiv arbeitet, ist nur relativ wenigen Besuchern in seiner labyrinthischen und klaustrophobischen Wirklichkeit zugänglich gemacht worden. Für eine Reihe von Ausstellungen wurden Auskopplungen einzelner Räume bewerkstelligt und verschiedene Raumsituationen geschaffen, die wie das Tote Haus u r Höhepunkte internationaler zeitgenössischer Kunstausstellungen gewesen sind.

Die Hamburger Kunsthalle hatte bereits 1999, vor seiner Einladung zur Biennale in Venedig, mit Gregor Schneider die Planung zu einem Projekt aufgenommen, das nun verwirklicht wird. In einer verknappten Retrospektive werden verschiedene Räume, die außerhalb des Haus u r entstanden sind ausgestellt.
Die Verdopplung und Vervielfachung von Räumen auf sichtbare wie unsichtbare Weise ist ein Kernelement seines künstlerischen Vorgehens. Die Wiederverwertung von Bestandteilen der Bauten in seinen Installationen geschieht mit solch einem enormen zeitlichen Aufwand, dass Schneider seine eigenen Arbeiten mit den Worten kommentiert, in ihnen werde: „regelrecht Ökonomie totgemacht“.

In Hamburg steht die Auseinandersetzung mit der eigenen Werkgeschichte im Mittelpunkt. Die Ausstellung widmet sich unter den Aspekten „Doppelgänger“ und „Vanitas“ auch dem komplizierten Verhältnis zwischen Gregor Schneider und der Figur Hannelore Reuen.

Die Präsentation umfasst im Sockelgeschoss der Galerie der Gegenwart fünf große Rauminstallationen, die durch mehrteilige Photosequenzen und Videoprojektionen ergänzt werden. Darüber hinaus entsteht in der Rotunde des Altbaus ein völlig neuer Einbau in Form einer Einstülpung, die städtischen Außenraum und musealen Innenraum aufeinander bezieht, aber nur von außerhalb der Kunsthalle zugänglich sein wird.


Wir bedanken uns bei die tageszeitung, für ihre Unterstützung.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog für 19,50 €.
Kurator der Ausstellung: Frank Barth

Öffentliche Führungen: im März sonntags um 12 Uhr, im April samstags um 16 Uhr.

http://www.gregor-schneider.de

Literatur-Tipp:
Koen Brams, Erfundene Kunst -
Eine Enzyklopädie fiktiver Künstler von 1605 bis heute
Erschienen in der Reihe Die andere Bibliothek
Eichborn Verlag, 2003