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Helene Schjerfbeck
2. Februar bis 6. Mai 2007

Hubertus-Wald-Forum



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Trickfilm „Helene Schjerfbeck“ von Studenten der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg >>

„Stellen Sie sich vor, das Leben der Frida Kahlo wäre verbunden mit dem Auge von Edvard Munch und Sie werden anfangen, das Ausmaß dieses Werkes zu erfassen...“
(The Independent über Helene Schjerfbeck, London im Oktober 2003)

In Finnland ist sie eine Nationalheldin, in Skandinavien gilt sie als Mythos, in Europa ist sie dagegen weitestgehend unentdeckt. Die Hamburger Kunsthalle widmet nun Helene Schjerfbeck (1862-1946) eine umfassende Retrospektive, die erste große in Europa außerhalb von Skandinavien. Die Ausstellung wird im Anschluss im Gemeentemuseum, Den Haag, und im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris gezeigt.

90 Jahre nach der ersten Einzelausstellung präsentiert die Ausstellung über 120 Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen aus dem umfangreichen Oeuvre der einflussreichen Malerin. Zu sehen sind Selbstportraits, Portraits, Landschaften und Stillleben, die den höchst eigenwilligen Stil Schjerfbecks zeigen und ihre herausragende Stellung in der Moderne offenbaren. Frühe Studienaufenthalte in Paris, Reisen nach Florenz, St. Petersburg, Wien, in die Bretagne und nach England prägten den künstlerischen Weg der früh erfolgreichen Malerin. Für ihr impressionistisch beeinflusstes Bild „die Genesende“ wurde der damals 27-Jährigen 1889 auf der Weltausstellung in Paris die Bronzemedaille verliehen.

Vom Realismus kommend und impressionistische Einflüsse aufgreifend löste sich Schjerfbeck mit der Jahrhundertwende bewusst von der Nationalromantik ihrer nordischen Kollegen und ging einen ganz eigenen Weg, der eher internationale Einflüsse erkennen lässt. Sie folgte selbstbewusst einer modernen Auffassung von freiem Farbauftrag und reduzierter Formensprache und nimmt in einigen Bildern bereits Momente der Abstraktion vorweg. Als sie 1902 aus Krankheitsgründen ihr weltoffenes Leben aufgeben musste, galt sie bereits als eine der wichtigsten Vertreterinnen einer Generation finnischer Künstlerinnen.

In den folgenden knapp 50 Jahren selbst gewählter Isolation in finnischen Dörfern entwickelt Schjerfbeck einen eigenen expressiven Stil, der in seiner Strenge, Stille und Intensität tief beeindruckt und gleichzeitig voller Kraft und Sensibilität ist. Fern von Historismus und Nationalromantik schildert die Künstlerin das einfache Leben der Frauen und Kinder. In den Bildern wie Das Schulmädchen, Die Näherin, Meine Mutter tritt das szenische Umfeld hinter der von einer inneren Kraft getragenen Haltung der Figuren zurück. Schjerfbeck reduziert das Erzählerische zu einer höchst ausdrucksstarken Formensprache.

Im Mittelpunkt der Retrospektive stehen die Selbstportraits Schjerfbecks, die mit einer Serie von späten, sehr reduzierten Selbstbefragungen ihren Höhepunkt finden. „Wo ich jetzt selten Kraft habe zu malen, habe ich mit
einem Selbstportrait begonnen, weil mein Modell dann stets verfügbar ist, nur ist es nicht immer so lustig, sich selber zu sehen“
, schreibt die Künstlerin, die Zeit ihres Lebens von Krankheit gezeichnet war, 1921 an eine Freundin. Unerschrocken zeigt hier eine so verletzliche wie starke Frau schonungslos und mit steigender Intensität ihr Altern und schließlich den eigenen körperlichen Verfall.

Die Ausstellung umfasst Leihgaben von finnischen Museen (Ateneum Helsinki Finnische Nationalgalerie, City Art Museum, Didrichsen Art Museum, Helsinki und vielen anderen) und schwedischen Museen (Moderna Museet Stockholm) sowie von vielen Privatsammlungen besonders aus Finnland und Schweden. So können Werke zusammengetragen werden, die nach Schjerfbecks Tod selbst in Skandinavien noch nicht gezeigt wurden.

Es erscheint ein umfangreicher Ausstellungskatalog, erhältlich als deutsche, englische, holländische und französische Ausgabe zum Preis von 25 Euro.
Das Rahmenprogramm bietet zahlreiche Führungen, Gespräche, Workshops, eine Lesung skandinavischer Literatur und ein Konzert mit finnischem Tango: Trio Soledad spielt in der Hamburger Laeiszhalle.

Kuratorin der Ausstellung: Dr. Annabelle Görgen

Mit freundlicher Unterstützung durch unseren Medienpartner

Logo Brigitte

 


 

 

Hamburger Kunsthalle Glockengießerwall 20095 Hamburg
Telefon 040 - 428 131 200 Telefax 040 - 428 54 34 09
E-Mail: info@hamburger-kunsthalle.de
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