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Heißkalt
Aktuelle Malerei aus der Sammlung Scharpff
7. November 2003 bis 29. Februar 2004


Wieder einmal hat sich die Malerei als zäh und überlebensfähig erwiesen - lange im Schatten von Photo, Video und Readymade vernachlässigt, fordert sie nun mit Vehemenz ihren Platz im zeitgenössischen Geschehen. Zur sinnlichen Lust an Farbe und Format, an Geste und Erzählung tritt bei der jungen Generation die Verarbeitung der Erfahrungen mit den digitalen Medien hinzu, die unsere Gegenwart bestimmen. Das Tafelbild stellt sich nicht elitär gegen die Massenmedien, sondern nimmt deren Formeln und Umgangsweisen mit dem reproduzierten Bild auf und transformiert sie. Expressive Traditionen leben in der neuen Malerei ebenso fort wie coole Strategien, immer jedoch agieren die Maler kalkuliert und reflektieren die Geschichte ihres Mediums.

Einen Einblick in die aktuelle Malerei gibt die Sammlung Scharpff, die seit der Eröffnung der Galerie der Gegenwart mit ihren Werken von Künstlern wie Jeff Koons, Cady Noland und Robert Gober eine feste Größe in der Kunsthalle darstellt. In den letzten Jahren galt das Interesse der Sammler Rudolf und Ute Scharpff der neuen Malereiszene, unter anderem erwarben sie Hauptwerke von Neo Rauch, Franz Ackermann, Michel Majerus und Daniel Richter. Hinzu kommen Werke von Sarah Morris, Glenn Brown und Darren Almond, sowie eine Werkgruppe von Albert Oehlen, dessen ironisch-ernste Kommentare zur Situation der Malerei und zur „Lage der Welt“ manchem Maler der jüngeren Generation Anregung und Vorbild waren.

Die Oberlichtsäle im Dritten Stock der Galerie der Gegenwart, wo sonst die deutschen Maler-Klassiker Baselitz, Polke und Richter gezeigt werden, bieten Raum und Licht für ein erstes Resümee des neuen Malereibooms.


Kuratoren der Ausstellung:
Dr. Christoph Heinrich, Dr. Nina Zimmer

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der
Staatsgalerie Stuttgart. Ausstellung 20. März bis 13. Juni 2004