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Chagall, Kandinsky, Malewitsch und die Russische Avantgarde
9. Oktober 1998 bis 10. Januar 1999

Zwischen 1905 und 1920 findet in Rußland ein tiefgreifender Umbruch der Künste statt. Schon mehrfach wurden unter Stichworten wie "Konstruktivismus" oder "Revolutionskunst" die Abstraktion und ihr Einsatz am Ende der 10er und zu Beginn der 20er Jahre dargestellt. Mindestens ebenso faszinierend ist die Entwicklung, die im ersten und zu Beginn des zweiten Jahrzehnts zur Abstraktion geführt hat.

Auf der einen Seite orientierte sich die Russische Avantgarde an den neuesten französischen Entwicklungen (Fauves, Kubismus, Matisse). Auf der anderen Seite aber kultivierte sie ihren engen Bezug zu bildnerischen Volkstraditionen: Kandinsky und die Ikonen, Goncharowa/Larionow und die Bilderbögen und die Volkskunst, Maschkow und die folkloristischen Reklameschilder.

Die Jahre des Umbruchs bis zur Vollendung der Abstraktion sind das Thema dieser Ausstellung, also die Jahre 1905 bis 1918. Allen Künstlern ist das Bemühen gemeinsam, eine Synthese aus volkstümlichen Elementen, modernen Strömungen und dem Willen zur Abstraktion zu entwickeln, die die Kunst an das technische Jahrhundert anzuschließen suchte.

Chagall, Kandinsky und Malewitsch stehen im Zentrum. Daneben gab es eine kaum überschaubare Menge von höchst bemerkenswerten Künstlern und Künstlerinnen, die sich in Gruppen wie "Welt der Kunst", "Karo Bube" oder "Eselsschwanz" zusammenschlossen. Die Ausstellung konzentriert sich auf die wichtigsten Künstler und Künstlerinnen und wird so die Vielfalt der künstlerischen Lösungsansätze anschaulich machen. Neben Werken der drei bereits genannten Künstler werden Gemälde gezeigt von Alexandra Exter, Pavel Filonow, Natalia Goncharowa, Ivan Klyun, Michail Larionow, Wladimir Lebedew, Ilja Maschkow, Liubow Popowa, Alexander Rodtschenko und Olga Rozanowa.

Diese 13 Künstler und Künstlerinnen können in der Hamburger Kunsthalle mit ihren besten Werken aus der Phase des Umbruchs gezeigt werden. Der größte Teil der Werke stammt aus den reichen Beständen des Russischen Museums in St. Petersburg. Dazu kommen zahlreiche weitgehend unbekannte Bilder aus russischen Provinzmuseen. Insgesamt sollen 90 ausgewählte Werke gezeigt werden.

Der Katalog bildet alle ausgestellten Werke in Farbe ab. Er enthält Kommentare, kunsthistorische Analysen und Quellentexte, die erstmals in deutscher Sprache erscheinen; Preis DM 39,-.

Öffentliche Führungen: sonntags 12 Uhr, donnerstags 18 Uhr

Am 26.11. und am 3.12., jeweils um 19 Uhr, werden in der Kunsthalle - in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Hamburg - Texte russischer Futuristen von Schauspielern gelesen.

Die Ausstellung wird von der Hamburgischen Landesbank großzügig unterstützt.

Vom 29.1. bis 25.4.1999 ist die Ausstellung im Kunsthaus Zürich zu sehen.
http://www.kunsthaus.ch

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