| Biographie Mark Rothko 1903
– 1970
1903 - 1921
Am 25. September 1903 wird Marcus Rothkowitz als viertes
Kind des jüdischen Apothekers Jacob Rothkowitz und seiner Frau
Anna Goldin im ehemals russischen Dwinsk, dem heutigen Daugavpils
in Lettland, geboren. 1913 wandert Rothkos Familie in die USA aus
und lässt sich in Portland (Oregon) nieder. Nach dem Tod des
Vaters im Jahr 1914 müssen die Kinder zum Familienunterhalt
beitragen. Marcus erhält 1921 ein Stipendium für die renommierte
Yale University.
1922 - 1932
Rothkowitz bricht sein Studium der Psychologie und Philosophie nach
zwei Jahren ab und zieht nach New York, wo er 1925 ein Studium an
der New York School of Design aufnimmt. Über das Künstlerehepaar
Sally und Milton Avery lernt er unter anderem Barnett Newman und
Adolph Gottlieb kennen, zwei Künstler, mit denen sich ein intensiver
Austausch entwickelt. 1929 beginnt er, an der Center Academy des
Brooklyn Jewish Center Malerei zu lehren, eine Tätigkeit, die
er bis 1955 regelmäßig weiterverfolgt. 1932 lernt er
Edith Sachar kennen, die er noch im gleichen Jahr heiratet.
1933 - 1940
Die Contemporary Arts Gallery in New York präsentiert 1933
Rothkowitz' erste Einzelausstellung. Er wird Gründungsmitglied
der Artists Union und schließt sich 1935 mit acht Kollegen
zur Künstlergruppe The Ten (auch bekannt als The Ten Who are
Nine) zusammen. Das Federal Arts Project, das während der Depressionszeit
amerikanische Künstler mithilfe staatlicher Aufträge zu
unterstützen sucht, nimmt Rothkowitz von 1936 bis 1939 auf.
Er ist bemüht, Aufträge als Wandmaler zu erhalten und
malt kleine Bildserien wie die U-Bahn Szenerien, die mit extremen
Verkürzungen und auffällig flacher Perspektive operieren.
Auf gipsgrundierten kleinen Tafeln erarbeitet er sich die Technik
der Freskomalerei. Er beginnt, seine Werke mit dem Kürzel Rothko
zu signieren. 1938 erhält er die amerikanische Staatsbürgerschaft.
1941 - 1946
Rothko beteiligt sich an Gruppenausstellungen, darunter auch in
der Galerie von Peggy Guggenheim. Auf mehrfach negative Kritik reagiert
Rothko mit rhetorisch gewandten Stellungnahmen in Zeitung und Radio.
Er verfasst eine längere kunsttheoretische Abhandlung, die
lange als verschollen gilt und 2004 erstmals unter dem Titel The
Artist's Reality (Die Wirklichkeit des Künstlers, 2005) veröffentlicht
wird. Rothko und seine Kollegen Newman und Gottlieb nehmen den Zweiten
Weltkrieg als grundlegende menschliche Katastrophe wahr, die sie
in ihrem Werk durch den Rückbezug auf die griechischen Mythen
als zeitlos tragischen Zustand menschlichen Daseins reflektieren.
1944 wird seine Ehe mit Edith Sachar geschieden. Rothko lernt die
Illustratorin Mary Alice Beistle, genannt Mell, kennen, die 1945
zu seiner Frau wird. Unter dem Eindruck des Surrealismus beginnen
sich seine mythologischen Figurationen in biomorphen, zunehmend
malerisch behandelten Oberflächen aufzulösen.
1947 - 1950
Um 1947 beginnt Rothkos abstrakte Schaffensphase mit den Multiform-Gemälden.
Leuchtende Farben, starke Kontraste und zunächst kleinteilige
Farbflächen bringen diese Bilder zum Pulsieren. Er beginnt,
regelmäßig in der Betty Parsons Gallery auszustellen.
1950 reist Rothko mit seiner Frau fünf Monate durch Europa.
Am Ende des Jahres wird die Tochter Kathy Lynn, genannt Kate, geboren.
Rothkos klassische Schaffensphase beginnt mit den „Walls of
Light“, übereinander gestaffelten, horizontalen Streifen
von intensiver Farbigkeit. Die amorphe Formensprache verdichtet
sich und die Farbwolken nehmen eine zunehmend blockhaft geordnete
Struktur an.
1951 - 1958
Rothko reduziert die zunehmend größer werdenden Leinwände
auf zwei bis drei Farbwolken, die über einem monochromen Grund
zu schweben scheinen. Die Sidney Janis Gallery nimmt Rothko 1954
unter Vertrag. Für Rothko beginnt eine Zeit des wirtschaftlichen
Erfolgs, die seine künstlerische Unabhängigkeit ermöglicht.
Ab 1958 beginnt sich Rothkos Palette zu einem verhaltenen Braunrot
zu verdunkeln. Er vertritt die USA auf der Biennale in Venedig mit
einem eigenen Raum und erhält den Auftrag, das Four Seasons
Restaurant im von Mies van der Rohe entworfenen Seagram Building
in New York mit seiner Malerei auszustatten. Der Gedanke der malerischen
Gestaltung eines Gesamtraumes wird zu einem zentralen Anliegen in
seinem Schaffen.
1958 wird das Kürzel Rothko als Name offiziell anerkannt.
1959 - 1963
Der Künstler reist für einige Monate nach Europa. Bei
der Rückkehr nach New York zieht er seine Gemälde für
das Seagram Building zurück.
Einige seiner Werke aus Privatbesitz werden 1959 auf der Documenta
II in Kassel gezeigt. 1961 veranstaltet das Museum of Modern Art
in New York eine erste Retrospektive seines Werks, die anschließend
in Europa zu sehen ist. 1963 wird Rothkos Sohn, Christopher Hall,
geboren.
1964 - 1970
1964 beauftragt ihn das katholische Sammlerehepaar de Menil mit
der Gestaltung einer Kapelle in Houston, Texas. Hierfür entstehen
schwarz auf schwarz gemalte Bilder mit scharfkantig begrenzten Binnenflächen,
die jede dekorative Qualität verweigern und eine neue ikonische
Strenge in sein Werk einführen. 1966 reist die Familie erneut
nach Europa. Rothko besucht die Tate Gallery. Der Direktor Sir Norman
Reid hat ihm vorgeschlagen, einen Raum mit eigenen Gemälden
nach seinen Vorstellungen einzurichten. Kurz vor seinem Tod schenkt
er der Tate Gallery neun Bilder aus der Serie der Seagram Murals.
1968 verschlechtert sich der Gesundheitszustand Rothkos so stark,
dass seine Ärzte ihm empfehlen, nur noch in kleinen Formaten
zu arbeiten.
Er beschäftigt sich erneut mit der Malerei auf Papier. Die
großformatige Serie der Black and Gray Gemälde markiert
eine neue Phase in seinem Schaffen. Durch einen weißen Streifen
am Rand erzeugt Rothko die Wirkung eines Bildes im Bild, dessen
hermetische Oberfläche den Betrachter im deutlichen Gegensatz
zum früheren, abstrakten Werk zurückweist. 1969 verlässt
Rothko seine Familie und zieht in sein Atelier. Am 25. Februar 1970
nimmt sich der schwer kranke Künstler in seinem Atelier das
Leben.
Die Ausstellung wurde realisiert durch die Zusammenarbeit mit
dem Partner der Hamburger Kunsthalle 
Für weitere Unterstützung danken wir
und 
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