Seite drucken      zurück   home

Mark Rothko. Die Retrospektive
16. Mai - 24. August 2008
verlängert bis 14. September

Galerie der Gegenwart

Für die Ausstellung gelten folgende erweiterte Öffnungszeiten:
Sonntag bis Mittwoch 10 bis 18 Uhr
Donnerstag bis Samstag 10 bis 21 Uhr
Montag geschlossen

 

Öffentliche Führungen

Donnerstags 19.30 Uhr
Freitags 19 Uhr
Samstags 16 Uhr
Sonntags 12 Uhr
Teilnahme 2 € (zzgl. Eintritt), keine Anmeldung erforderlich.

Buchen Sie schon jetzt Ihre individuelle Führung unter 040-428131-300.

 

Biographie Mark Rothko 1903 – 1970


1903 - 1921
Am 25. September 1903 wird Marcus Rothkowitz als viertes Kind des jüdischen Apothekers Jacob Rothkowitz und seiner Frau Anna Goldin im ehemals russischen Dwinsk, dem heutigen Daugavpils in Lettland, geboren. 1913 wandert Rothkos Familie in die USA aus und lässt sich in Portland (Oregon) nieder. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1914 müssen die Kinder zum Familienunterhalt beitragen. Marcus erhält 1921 ein Stipendium für die renommierte Yale University.

1922 - 1932
Rothkowitz bricht sein Studium der Psychologie und Philosophie nach zwei Jahren ab und zieht nach New York, wo er 1925 ein Studium an der New York School of Design aufnimmt. Über das Künstlerehepaar Sally und Milton Avery lernt er unter anderem Barnett Newman und Adolph Gottlieb kennen, zwei Künstler, mit denen sich ein intensiver Austausch entwickelt. 1929 beginnt er, an der Center Academy des Brooklyn Jewish Center Malerei zu lehren, eine Tätigkeit, die er bis 1955 regelmäßig weiterverfolgt. 1932 lernt er Edith Sachar kennen, die er noch im gleichen Jahr heiratet.

1933 - 1940
Die Contemporary Arts Gallery in New York präsentiert 1933 Rothkowitz' erste Einzelausstellung. Er wird Gründungsmitglied der Artists Union und schließt sich 1935 mit acht Kollegen zur Künstlergruppe The Ten (auch bekannt als The Ten Who are Nine) zusammen. Das Federal Arts Project, das während der Depressionszeit amerikanische Künstler mithilfe staatlicher Aufträge zu unterstützen sucht, nimmt Rothkowitz von 1936 bis 1939 auf. Er ist bemüht, Aufträge als Wandmaler zu erhalten und malt kleine Bildserien wie die U-Bahn Szenerien, die mit extremen Verkürzungen und auffällig flacher Perspektive operieren. Auf gipsgrundierten kleinen Tafeln erarbeitet er sich die Technik der Freskomalerei. Er beginnt, seine Werke mit dem Kürzel Rothko zu signieren. 1938 erhält er die amerikanische Staatsbürgerschaft.

1941 - 1946
Rothko beteiligt sich an Gruppenausstellungen, darunter auch in der Galerie von Peggy Guggenheim. Auf mehrfach negative Kritik reagiert Rothko mit rhetorisch gewandten Stellungnahmen in Zeitung und Radio. Er verfasst eine längere kunsttheoretische Abhandlung, die lange als verschollen gilt und 2004 erstmals unter dem Titel The Artist's Reality (Die Wirklichkeit des Künstlers, 2005) veröffentlicht wird. Rothko und seine Kollegen Newman und Gottlieb nehmen den Zweiten Weltkrieg als grundlegende menschliche Katastrophe wahr, die sie in ihrem Werk durch den Rückbezug auf die griechischen Mythen als zeitlos tragischen Zustand menschlichen Daseins reflektieren. 1944 wird seine Ehe mit Edith Sachar geschieden. Rothko lernt die Illustratorin Mary Alice Beistle, genannt Mell, kennen, die 1945 zu seiner Frau wird. Unter dem Eindruck des Surrealismus beginnen sich seine mythologischen Figurationen in biomorphen, zunehmend malerisch behandelten Oberflächen aufzulösen.

1947 - 1950
Um 1947 beginnt Rothkos abstrakte Schaffensphase mit den Multiform-Gemälden. Leuchtende Farben, starke Kontraste und zunächst kleinteilige Farbflächen bringen diese Bilder zum Pulsieren. Er beginnt, regelmäßig in der Betty Parsons Gallery auszustellen. 1950 reist Rothko mit seiner Frau fünf Monate durch Europa. Am Ende des Jahres wird die Tochter Kathy Lynn, genannt Kate, geboren. Rothkos klassische Schaffensphase beginnt mit den „Walls of Light“, übereinander gestaffelten, horizontalen Streifen von intensiver Farbigkeit. Die amorphe Formensprache verdichtet sich und die Farbwolken nehmen eine zunehmend blockhaft geordnete Struktur an.

1951 - 1958
Rothko reduziert die zunehmend größer werdenden Leinwände auf zwei bis drei Farbwolken, die über einem monochromen Grund zu schweben scheinen. Die Sidney Janis Gallery nimmt Rothko 1954 unter Vertrag. Für Rothko beginnt eine Zeit des wirtschaftlichen Erfolgs, die seine künstlerische Unabhängigkeit ermöglicht.

Ab 1958 beginnt sich Rothkos Palette zu einem verhaltenen Braunrot zu verdunkeln. Er vertritt die USA auf der Biennale in Venedig mit einem eigenen Raum und erhält den Auftrag, das Four Seasons Restaurant im von Mies van der Rohe entworfenen Seagram Building in New York mit seiner Malerei auszustatten. Der Gedanke der malerischen Gestaltung eines Gesamtraumes wird zu einem zentralen Anliegen in seinem Schaffen.
1958 wird das Kürzel Rothko als Name offiziell anerkannt.

1959 - 1963
Der Künstler reist für einige Monate nach Europa. Bei der Rückkehr nach New York zieht er seine Gemälde für das Seagram Building zurück.

Einige seiner Werke aus Privatbesitz werden 1959 auf der Documenta II in Kassel gezeigt. 1961 veranstaltet das Museum of Modern Art in New York eine erste Retrospektive seines Werks, die anschließend in Europa zu sehen ist. 1963 wird Rothkos Sohn, Christopher Hall, geboren.

1964 - 1970
1964 beauftragt ihn das katholische Sammlerehepaar de Menil mit der Gestaltung einer Kapelle in Houston, Texas. Hierfür entstehen schwarz auf schwarz gemalte Bilder mit scharfkantig begrenzten Binnenflächen, die jede dekorative Qualität verweigern und eine neue ikonische Strenge in sein Werk einführen. 1966 reist die Familie erneut nach Europa. Rothko besucht die Tate Gallery. Der Direktor Sir Norman Reid hat ihm vorgeschlagen, einen Raum mit eigenen Gemälden nach seinen Vorstellungen einzurichten. Kurz vor seinem Tod schenkt er der Tate Gallery neun Bilder aus der Serie der Seagram Murals. 1968 verschlechtert sich der Gesundheitszustand Rothkos so stark, dass seine Ärzte ihm empfehlen, nur noch in kleinen Formaten zu arbeiten.

Er beschäftigt sich erneut mit der Malerei auf Papier. Die großformatige Serie der Black and Gray Gemälde markiert eine neue Phase in seinem Schaffen. Durch einen weißen Streifen am Rand erzeugt Rothko die Wirkung eines Bildes im Bild, dessen hermetische Oberfläche den Betrachter im deutlichen Gegensatz zum früheren, abstrakten Werk zurückweist. 1969 verlässt Rothko seine Familie und zieht in sein Atelier. Am 25. Februar 1970 nimmt sich der schwer kranke Künstler in seinem Atelier das Leben.

 

 

Die Ausstellung wurde realisiert durch die Zusammenarbeit mit dem Partner der Hamburger Kunsthalle EON Hanse

 

Für weitere Unterstützung danken wir

Hanjin Shipping und     Terra - Foundation for american Art

 

 


Hamburger Kunsthalle Glockengießerwall 20095 Hamburg
Telefon 040 - 428 131 200 Telefax 040 - 428 54 34 09
E-Mail: info@hamburger-kunsthalle.de
nach oben