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Das private Sammeln von Kunst hat in Hamburg eine lange Tradition.
Diese Tatsache ist überraschend und bislang noch nie umfassend untersucht
worden. So befand sich bis zu ihrer Versteigerung im Jahre 1912 mit
der Sammlung von Consul Eduard F. Weber die bedeutendste private Galerie
Alter Meister in Deutschland in der Hansestadt. Die Ausstellung selbst
konzentriert sich auf das Thema des Sammelns von moderner, d.h. damalig
zeitgenössischer Kunst.
Denn auch hier haben die Privatsammler Hamburgs wichtige, auch bahnbrechende
Sammlungen zusammengetragen.
Die Geschichte der zeitgenössischen Kunst vom französischen Impressionismus,
dem Expressionismus in Deutschland bis hin zur Abstraktion war in
den Hamburger Sammlungen mit Hauptwerken dokumentiert.
Die Entwicklung der modernen Kunst in Deutschland wäre ohne das frühe,
engagierte Eintreten von Sammlerpersönlichkeiten wie Landgerichtsrat
Gustav Schiefler, dem Ehepaar Martha und Paul Rauert, der Kunsthistorikerin
Rosa Schapire, dem Kaufmann Max Leon Flemming und vielen anderen nicht
vorstellbar. Bis auf wenige Reste sind nahezu alle großen Sammlungen,
die in Hamburg aufgebaut wurden, bereits Ende der Zwanziger Jahre
aufgelöst.
Obwohl Alfred Lichtwark, der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle,
ein Verfechter der modernen Kunst war und impressionistische Gemälde
für das Museum erwarb, haben die Privatsammler weitgehend unabhängig
von der Kunsthalle und selbständig ihre Sammlungen aufgebaut, die
somit immer einen eigenständigen Charakter behielten.
In einigen Fällen, so bei Th. Behrens oder M. L. Flemming, waren die
privaten Sammlungen weitaus bedeutender, als die der Kunsthalle. So
waren es auch die Privatsammler, die um 1908 zuerst die Künstlergruppe
"Die Brücke" in Dresden und andere moderne Entwicklungen in der Kunst
entdecken und teilweise in großem Umfang erwarben.
Die Sammler wurden so zu den Wegbereitern der modernen Kunst. Die
Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle will die Bedeutung der ehemaligen
Sammlungen hervorheben und in einer Auswahl der qualitätvollsten Werke,
die sich einstmals in Hamburger Privatbesitz befunden haben, an dieses
vergessene Kapitel Hanseatischer Kulturgeschichte erinnern.
In der Ausstellung werden Gemälde, Plastiken und Druckgraphik von
den französischen Impressionisten, u. a. von Edouard Manet, Claude
Monet und Paul Cézanne, ihren deutschen Kollegen Max Liebermann und
Lovis Corinth ebenso zu sehen sein, wie Werke von Chagall und Picasso,
und von den Expressionisten Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner oder
Karl Schmidt-Rottluff.
Zur Ausstellung erscheint ein handbuchartiger Katalog, in dem erstmals
dieses Thema dokumentiert wird.
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Die
Welt stellt im Hamburger Feuilleton parallel zu dieser Ausstellung
Sammlerportraits vor:
14.03. Alfred
Lichtwark - Der Mann, der zu Liebermann "Max" sagte
18.03. M.L.Flemming
- Schätze, die Hamburgs Salons schmückten
28.03. Ernst
Rump - Der Mann, der keine Provisionen kassierte
06.04. Rosa
Schapire - Die Frau, die ihrer Zeit weit voraus war
11.04. Theodor
Behrens - Der Mann, der in die Fußstapfen seines Vaters trat
25.04. Erdwin
Amsinck - Der Mann, der Meisterwerke unter Palmen hängte
02.05. Gustav
Schiefler - Der Mann, der viel zu wenig Geld hatte
09.05. Henry
B. Simms - Der Mann, der nach Schönheit lechzte
16.05. Oscar
Troplowitz - Der Mann, der gern in Paris einkaufte
06.06. Henry
P. Newman - Der Mann, der die Kunst aufs Korn nahm
13.06.
Uwe.M. Schneede - Hamburg ist die Hochburg der Klassischen Moderne
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