| 1. Mai bis 31. Juli 2005 Altbau, EG, Raum 18 | 19
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André Lützen (*1963) arbeitet mit Photoserien, die er Essays nennt. Bilder vergangener Geschehnisse werden nach formal ähnlichen Begebenheiten und Atmosphären neu geordnet. Die Folge der Bilder verbindet Szenen, die zeitlich und geographisch weit auseinander liegen. Ihre Anordnung verzichtet auf eine Leserichtung. Mit 74 Photographien entsteht auf diese Weise assoziativ ein Tagesablauf, dessen Ereignisse wie durch ein „Loch im Kopf“ eines fiktiven Akteurs zu betrachten sind. Manche der Photographien erzeugen den Eindruck von Bewegung durch Unschärfen in einzelnen Motivbereichen. Lützens scheinbare Schnappschüsse, den Photos der Lomographen verwandt, ergeben einen Fundus vager allgemeiner Erinnerungsbilder. Vereinzelt bedient sich Lützen eines Reportage-Stils in schwarz-weißen Bildern, der im Kontrast zu den farbigen Fotos und im Wechsel von Tag und Nacht den Traumcharakter der Serie steigert. Die Photographien berichten von der Detektivarbeit, mit Fragmenten und Sequenzen Realitätsverlust darzustellen, um eine neue Realität zu erzeugen. Aus dem Prozess des Erinnerns durch den Photographen entsteht eine gewollte Wirklichkeit, die zwischen Tatsachen und Sehnsüchten nicht mehr klar unterscheiden lässt. Indem er auf assoziative Weise Einzelbilder zusammen fügt, eröffnet André Lützen eine Vielfalt an möglichen Perspektiven. „Das Erinnern überhöht sich selbst und verliert den Geschmack an der Realität“, so der Künstler. Der Sinn liegt im Auge des Betrachters. Letztlich bleibt es ihm überlassen, seine eigenen Erinnerungsbilder mit der Serie zu verknüpfen.
1963 geboren in Hamburg Die Standpunkt-Ausstellung wird ermöglicht durch die Zur Ausstellung erscheint eine Publikation für 3 €. Kuratoren der Ausstellung: Frank Barth und Dirck Möllmann |
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