| Alfred Lichtwark zum 150. |
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Bereits in seiner Antrittsrede am 12. Dezember 1886 beschrieb Alfred
Lichtwark seine Vision eines modernen Museums. Wichtiger Bestandteil
seiner Idee waren die Einbindung des Museums und der modernen Kunst
in die Hamburger Öffentlichkeit. Vor allem den in Hamburg lebenden
jungen Künstlern kam dabei eine wichtige Rolle zu. Seit der Gründung
der "Sammlung von Bildern aus Hamburg" im Jahre 1889 vergab
Alfred Lichtwark Aufträge vor allem an jene Maler, die sich im
Hamburger Künstlerclub zusammengeschlossen hatten. Lichtwark
hatte genaue Vorstellungen von dieser neu aufzubauenden Sammlung,
die sich zunächst ausschließlich auf die Hamburgische Landschaft
"in Pastell, Aquarell und Gouasch" konzentrierte. Aber schon
bald kamen neben der Landschaft andere Themen hinzu: der Hafen, die
Stadt und ihre Kirchen, das ländliche Leben in den Vier- und
Marschlanden und, seit Mitte der 90er Jahre, das Porträt bedeutender,
zeitgenössischer Hanseaten. Lichtwark wollte so ein modernes
Bild seiner Heimatstadt schaffen, das über die Grenzen Hamburgs
hinaus sowohl die Stadt in ihrer Schönheit wie auch die zeitgenössischen
Maler bekannt machen sollte. Mit dem Pastell der "Kirchenallee"
von Max Liebermann erweiterte Lichtwark 1893 sein Konzept und lud
moderne Künstler aus ganz Deutschland nach Hamburg ein, um vor
Ort eine Landschaft und zumeist auch ein Porträt zu schaffen.
So kamen neben Liebermann die bedeutendsten Maler in die Stadt: Wilhelm
von Uhde, Wilhelm Trübner, Gotthard Kuehl oder Lovis Corinth.
Später richtete Lichtwark sein Konzept auch auf moderne ausländische
Künstler, zunächst die Skandinavier Anders Zorn und Laurits
Tuxen, später, 1913, die Franzosen Edouard Vuillard und Pierre
Bonnard. Projekte mit Gustav Klimt und Ferdinand Hodler, um die sich
Lichtwark vor seinem Tode intensiv bemühte, kamen nicht zu Stande. Lichtwarks "Sammlung von Bildern aus Hamburg" wurde - erstaunlicherweise - noch nie in ihrer Gesamtheit rekonstruiert und analysiert. Die Rekonstruktion, die in den vergangenen Monaten in der Hamburg Kunsthalle vorgenommen wurde, ergab einen ursprünglichen Umfang von über 200 Werken, von denen eine Reihe noch heute ständig ausgestellt sind. Bis aus wenige Ausnahmen hat sich diese Sammlung in der Kunsthalle erhalten, nur wenige Arbeiten gingen im Krieg zu Grunde oder wurden, wie das bedeutende Hafenaquarell von Zorn, von Lichtwarks Nachfolger verkauft. Aus Anlass der 150. Wiederkehr von Alfred Lichtwarks Geburtstag am 14. November 2002 zeigt die Hamburger Kunsthalle die wichtigsten Werke aus dieser einzigartigen Sammlung, die im Katalog erstmals gänzlich dokumentiert werden soll. Sonntagsführung, 1.12.02 Rotunde |
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