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Künstlerinnen der Avantgarde
(I) Kunst in Hamburg |
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Kunst wird von Männern gemacht
– so das lange Zeit gängige Vorurteil. Auch zu Zeiten der
Avantgarde hatten es Frauen schwer, mit ihren künstlerischen
Werken im Kunstbetrieb und in den Museen ernst genommen zu werden
und sich durchzusetzen. Hamburg und die Hamburger Kunsthalle bildeten
da keine Ausnahme. Dass die neuere Kunstgeschichte Hamburgs jedoch
entscheidend von Frauen mitgeprägt wurde, soll in zwei einander
folgenden Ausstellungen erstmals umfassend gezeigt werden. Zu sehen
sind Werke von Künstlerinnen, die seit Ende des 19. Jahrhunderts
bis zur Zeit des Nationalsozialismus mit ihrer Kunst eigenständige
Positionen bezogen haben, oftmals entgegen gesellschaftlichen Konventionen. Mary Warburg (1866-1934), Tochter von Senator Heinrich Hertz, erhielt ebenfalls eine künstlerische Ausbildung, bevor sie den bedeutenden Kulturwissenschaftler Aby Warburg heiratete. Mit ihm lebte sie bis 1902 in Florenz, wo u. a. eine Reihe atmosphärisch ausgeprägter Landschaftspastelle entstand. Später war sie auch bildhauerisch tätig. Elena Luksch-Makowsky (1878-1967) kam 1907 mit ihrem Mann, dem Bildhauer Richard Luksch, von Wien nach Hamburg. Sie hatte ihre Ausbildung bei Ilja Repin in ihrer Heimatstadt St. Petersburg absolviert und sich in Wien im Umkreis der Sezession einen Namen gemacht. Das Hauptwerk ihrer Hamburger Zeit ist die große Plastik „Frauenschicksal“, die sie 1911 für den Stadtpark schuf. Gretchen Wohlwill (1878-1962) hatte ihre künstlerischen Wurzeln im Impressionismus, entwickelte später in ihren Landschaften entscheidend den Hamburgischen Sezessionsstil mit. 1940 emigrierte sie als Jüdin nach Portugal und kehrte 1952 in ihre Heimatstadt zurück. Alma del Banco (1862-1943) war 1919 Gründungsmitglied der Hamburgischen Sezession. Ihre Malerei orientierte sich zunächst an französischen Vorbildern, bevor sie ihren eigenständigen Stil fand. Nach Erhalt des Deportationsbescheids wählte die Jüdin den Freitod. Die jüdische Malerin Anita Rée (1885-1933)
gehörte zu den bekanntesten Mitgliedern der Hamburgischen Sezession.
Mit ihren einfühlsamen Portraits und radikalen Selbstdarstellungen
nahm sie eine wichtige Position innerhalb der Kunst der 1920er Jahre
in Hamburg ein. Von den politischen Ereignissen in Deutschland gezeichnet,
nahm sie sich das Leben. Wegen des umfangreichen Materials gliedert sich das Projekt in zwei aufeinander folgende Teile, die jeweils mit einer Publikation begleitet werden. Der Einzelband ist für 19,90 Euro, beide Bände zum Subskriptionspreis von 29,90 € im Museumsshop erhältlich. Kurator der Ausstellung: Dr. Ulrich Luckhardt Mit freundlicher Unterstützung von
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Hamburger Kunsthalle Glockengießerwall
20095 Hamburg
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