| gegenwärtig: körpernah
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| Max Mohr Rätselhafte Wesen aus vertrauten Materialien schöpft Max Mohr: künstlich gezüchtete Gewächse, die sich nicht entscheiden können, ob sie als Skulptur, Einrichtungsgegenstand oder Bekleidungsstück ihre Bestimmung finden sollen. Die ambivalenten Formen, aus zartem Dessousmaterial, Kurzwaren und orthopädischem Kunststoff zusammengesetzt, wirken organisch und künstlich zugleich, verführen durch ihren sanften Glanz und ihre schmeichlerische Körperhaftigkeit und erschrecken durch ihre Nähe zum Verstümmelten und Prothetischen. Es sind Spuren des Organischen und Körperlichen, allerdings in einer zunehmend künstlichen, technisierten und perfektionistischen Welt, deren Zuwachsbranche die Gentechnologie ist. Einen „alchemistischen Fummler“ nannte Jean-Christophe Ammann den Künstler Max Mohr - Fummeln meinte dabei „mit den Dingen, sich selbst irritierend und aktivierend, so lange umzugehen – hantieren, fühlen, formen, sich aneignen, riechen, spielen -, bis eine zwingende Gegenstandslogik entsteht, zweideutig, mehrdeutig, vieldeutig: eine in sich selbst schlüssige Summe von Ungereimtheiten, jedoch immer als Produkt eines Prozesses.“ Und so resultiert die Anziehungskraft von Mohrs Schöpfungen aus ihrer geschmeidigen Sinnlichkeit ebenso wie aus gelebtem Science Fiction: erlesene Stücke Haute Couture aus den Gen-Küchen unserer zukünftigen Gegenwart. Max Mohr wurde 1962 in Frankfurt/Main geboren; er studierte an der
Frankfurter Städelschule bei Christa Näher und am dortigen
Institut für Neue Medien bei Peter Weibel. Er lehrte an der Hochschule
für Gestaltung in Offenbach; lebt in Köln. Einzelausstellungen
u.a. am Museum für Moderne Kunst in Frankfurt/Main, in der städtischen
Ausstellungshalle in Münster und am Ulmer Kunstverein. Dem Hamburger
Publikum ist Max Mohr durch seinen Beitrag für die Ausstellung
„Hypermental“ bekannt, wo er in einer Tiefkühltruhe
zahlreiche gefrorene Stoffe und Objekte präsentierte.
Kurator der Ausstellung: Dr. Christoph Heinrich |
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