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Horst Janssen und die Niederländer

1. Februar bis 15. Juni 2008

Janssen Kabinett


Seien es die Landschaften nach Aert van der Neer oder die Selbstbildnisse nach Rembrandt: immer wieder hat sich Horst Janssen Motive und Themen der alten Niederländer angeeignet und in seinen Werken aufgenommen. In Kooperation mit dem Rembrandthuis in Amsterdam und dem Horst Janssen-Museum in Oldenburg zeigt die Hamburger Kunsthalle in der Ausstellung Horst Janssen und die Niederländer eine Auswahl von Zeichnungen und Radierungen von Horst Janssen aus der Sammlung von Gerhard Schack.

Kein Künstler hat durch seine geniale Radierkunst wohl mehr Einfluss auf Janssen ausgeübt als Rembrandt. In Rembrandt sah Janssen eines seiner wichtigsten Vorbilder, aber auch einen Geistesverwandten im künstlerischen Können und in der virtuosen Technik. Zahlreiche Selbstbildnisse entstanden nach den Selbstdarstellungen des großen Niederländers, wobei Janssen wie dieser gekonnt mit der Pose und dem dramatischen Wechsel von Licht und Schatten spielte. So trägt eines der Selbstportraits als Hommage an Rembrandt den Titel „nach ihm“. Am deutlichsten wird der Einfluss jedoch bei den lavierten Landschaftszeichnungen von 1972. Mit wenigen leichten Strichen gelang es Janssen bei diesen Zeichnungen die Haseldorfer Marsch oder das Quickborner Moor – seine bevorzugten Landschaften – mit den Augen Rembrandts oder Aert van de Neers erscheinen zu lassen. Oft sind diese stürmischen, wolkenverhangenen Bilder auf kleinem Format nach einfachen Vorlagen oder direkt aus der Erinnerung gezeichnet.

Während in den Ausstellungen in Amsterdam und Oldenburg die Gegenüberstellung von Rembrandt und Janssen im Vordergrund steht, ist das Spektrum in der Hamburger Kunsthalle deutlich weiter gefasst: Im Mittelpunkt stehen Janssens „Kopien“ nach Vorbildern der Alten Niederländer. Dazu gehören neben den lavierten Landschaften nach Rembrandt und Aert van der Neer die Zeichnungen nach Pieter Bruegel oder Hercules Seghers.

Seit Jahrzehnten der Hamburger Kunsthalle und besonders dem Kupferstichkabinett eng verbunden, hat Gerhard Schack (1929-2007) seine Janssen-Sammlung 1997 dem Museum zunächst als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt und damit den Grundstock für das Janssen-Kabinett gelegt. Nach seinem Tod am 30. März 2007 vermachte er seine gesamte Janssen-Sammlung der Hamburger Kunsthalle. Horst Janssen und Gerhard Schack waren seit den 70er Jahren eng befreundet, beide verband ein kongeniales Auge und ein unbestechliches Urteil. Im Dialog mit Schack fand Janssen zu neuen Themen wie den Landschaftsradierungen, zur Kopie oder den lavierten Federzeichnungen. Seinem unerschöpflichen Wissen über das Werk Janssens verdankt die Hamburger Kunsthalle zahlreiche Ausstellungen, die Schack in den letzten Jahren immer wieder mit großem Engagement angeregt und mitbetreut hat.

Parallel zur Ausstellung Horst Janssen und die Niederländer ist die Ausstellung Nach „ihm“ – Horst Janssen und Rembrandt vom 24. Februar bis 12. Mai 2008 im Horst Janssen-Museum in Oldenburg und vom 31. Mai bis 24. August 2008 im Rembrandthuis in Amsterdam zu sehen.

Anlässlich der Ausstellung in Oldenburg und Amsterdam erscheint ein zweisprachiger Katalog in deutsch und niederländisch, Preis € 18 (Erscheinungsdatum 24.2.2008).

 

Zur Eröffnung in der Hamburger Kunsthalle spricht
Bob van den Boogert, Rembrandthuis, Amsterdam.

Kuratorin der Ausstellung: Dr. Petra Roettig

 

 


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Telefon 040 - 428 131 200 Telefax 040 - 428 54 34 09
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