| Horst Janssen. „L’ heure de Mylène“ Janssen Kabinett |
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| Der Zyklus L’Heure
de Mylène aus dem Jahr 1962 zählt zu den bedeutendsten
Graphikserien in Janssens Frühwerk. Thematisch und stilistisch
knüpft die Folge an die erotischen Darstellungen der Nana-Mappe
von 1959 an: Zart gezeichnete, von Intervallen durchsetzte Umrisse,
in denen sich die Liebesspiele vollziehen. In Anlehnung an die Radierungen
James Ensors, dessen filigraner, aufgelöster Graphikstil Janssen
zu dieser Zeit besonders beeinflusste, scheinen sich die Körper
wie Gespinste in der Fläche zu verlieren. In L’Heure
de Mylène wird die radierte Linie zur Provokation: Aggressiv
in der Verrenkung der Gliedmassen sind die Figuren in ihrer Haltung
erstarrt. Janssen spielt mit der Kargheit der Linie, spannt Fäden
wie Tentakeln, mit denen sich die Protagonisten im Netz der Liebe
verspannen. Kuratorin der Ausstellung: Dr. Petra Roettig
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