|
Janssen-Kabinett | Galerie der Gegenwart
|
| Kaum ein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts hat sich selbst
so oft im Portrait dargestellt wie Horst Janssen. Seine Selbstbildnisse
sind Inszenierungen des eigenen Ichs, in denen er das Maskenspiel
mit dem eigenen Gesicht bewusst eingesetzt hat: „Den größten
Effekt erreiche ich aber mit den Selbstbildnissen. Einmal, weil diese
Disziplin heutzutage wenig oder gar nicht gepflegt wird, zum anderen,
weil eine komödiantische Veranlagung mich in den Stand setzt,
mir mein Gesicht nach Bedarf ganz überzeugend mal heiter-jung,
mal melancholisch, mal wild und ein anderes Mal wild-verwüstet-aufgeschwemmt
und geradezu aufregend erscheinen zu lassen. Meine zeichnerische Fertigkeit,
das jeweilige Spiegelbild sehr genau, aber mit der so außerordentlich
wichtigen Untertreibung zu konterfeien, liefert dann den Eindruck
der vom Publikum so begehrten Ehrlichkeit“ schrieb Horst Janssen
1970 in seinen Betrachtungen zur Landschaft. Dabei bedient sich Janssen
durchaus traditioneller Stilmittel. So zeigt viele der von ihm als
„Selbst“ bezeichneten Portraits in der Komposition deutliche
Verwandtschaft mit Rembrandts Selbstdarstellungen, sowohl in der Pose
als auch in der verschatteten Gesichtshälfte. Kuratorin der Ausstellung: Dr. Petra Roettig
Weitere Hinweise zu Horst Janssen: |
|
|
Hamburger Kunsthalle Glockengießerwall
20095 Hamburg
Telefon 040 - 428 131 200 Telefax 040 - 428 54 34 09 e-mail: info@hamburger-kunsthalle.de |