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Mona Hatoum
Ein Werküberblick mit neuen Arbeiten
26.März - 31.Mai 2004

Altbau | Kuppel und
Galerie der Gegenwart


Biographie




Die Hamburger Kunsthalle zeigt den bislang umfassendsten Überblick über das Werk von Mona Hatoum und ihre erste große Einzelausstellung in Deutschland. Die Künstlerin zählt in Europa und den USA schon längst zu den bedeutendsten ihrer Generation. Sie wurde1952 als Tochter palästinensischer Eltern im Libanon geboren und lebt seit 1975 in London.
Das Leben unterwegs, außerhalb ihrer Heimat, hat Mona Hatoum für die Themen Macht und Identität sensibilisiert, die sich durch ihr gesamtes Werk ziehen. 1952 als Tochter palästinensischer Eltern im Libanon geboren, lebt sie seit 1975 in London. In ihren Skulpturen, Videoarbeiten und raumgreifenden Installationen thematisiert sie immer wieder die Verletzlichkeit des Einzelnen und die Gewalt seitens institutionalisierter Macht. Ihr zentraler Bezugspunkt ist der Körper – oftmals ihr eigener Körper, den sie als Medium in ihren Performances, Videoarbeiten und Installationen einsetzt.
Seit Anfang der neunziger Jahre entwickelte Mona Hatoum große Installationen, mit denen sie beim Betrachter widersprüchliche Gefühle von Begehren und Abscheu, Furcht und Faszination auszulösen vermag. So liegt ein Schwerpunkt ihrer Arbeit in den raumgreifenden Installationen, von denen die Ausstellung einige der bedeutendsten versammelt: Light Sentence, Corps étranger, Quarters, Homebound. In diesen Schlüsselwerken verbinden sich die performativen und den Betrachter aktivierenden Ansätze des Frühwerks mit einer Formensprache, die ihr Vokabular aus der minimalistischer Skulptur und Konzeptkunst entwickelt, dieses jedoch mit persönlichen und politischen Inhalten auflädt.
Buchstäblich mit Haut und Haar arbeitet Mona Hatoum an ihrer Kunst. Die Entscheidung für ein bestimmtes Material ist für die Künstlerin vornehmlich eine inhaltliche Entscheidung, wobei die Bandbreite der von ihr eingesetzten Werkstoffe schier unerschöpflich zu sein scheint: Stahl und Kunststoffe, Textilien und Seife, Elektrizität und Magnetismus, vorgefundene Haushaltsgegenstände und Massendrucksachen, Glas und Gummi ... Hatoum formulierte so eine künstlerische Sprache, in der vertraute Gegenstände aus dem Alltag in fremdartige und bedrohliche Objekte verwandelt werden. Die Überblicksausstellung trägt dieser Vielfalt Rechnung.
Mona Hatoums Werke sind Formeln für die menschliche Existenz – eindringlich formuliert und dabei vielschichtig und rätselhaft. In ihren eigenen Worten: „Als erstes erlebt man ein Kunstwerk körperlich. Ich mag es, wenn Werke sich sowohl auf der sinnlichen als auch auf der intellektuellen Ebene auswirken. Bedeutungen, Konnotationen und Assoziationen entstehen erst nach der ursprünglichen körperlichen Erfahrung, wenn die Phantasie, der Intellekt und die Psyche durch das, was man gesehen hat, entflammt werden.“
Diese erste umfassende Präsentation von Mona Hatoums Werk in Deutschland versammelt rund sechzig Werke aus amerikanischen und europäischen Sammlungen. So entsteht ein Überblick über das vielgestaltige und bilderreiche Werk der Künstlerin. Für den Kuppelsaal der Hamburger Kunsthalle entstand Lookout, eine neue Videoinstallation, die sie speziell für diesen monumentalen Raum konzipiert hat.
Mona Hatoums Werk wurde in zahlreichen Ausstellungen in Europa, den USA und Kanada gezeigt: eine vom Museum of Contemporary Art in Chicago (1997) organisierte Wanderausstellung ging ins New Museum of Contemporary Art New York, zum MoMA nach Oxford und in die schottische National Gallery of Modern Art in Edinburgh. Die Ausstellung The Entire World as a Foreign Land war die Eröffnungsausstellung der Londoner Tate Britain im Jahr 2000. Andere Einzelausstellungen fanden statt im Centre Georges Pompidou (1994), im Castello di Rivoli, Turin (1999), im Site Santa Fe und im Mass MoCA (2000/01) und ein Werküberblick im Centro de Arte de Salamanca (2002/03). Aufsehen erregte Ihr Beitrag zur documenta 11 in Kassel (2002). Zur Zeit ist Mona Hatoum Stipendiatin des DAAD in Berlin. Mona Hatoum ist die diesjährige Preisträgerin des Sonning Prize, der alle zwei Jahre von der Universität Kopenhagen vergeben wird.


Nach Walter de Maria, Maria Lassnig erhält nun Mona Hatoum den höchstdotierten europäischen Kunstpreis (CHF 120.000) der Roswitha Haftmann-Stiftung. Die öffentliche Preisverleihung findet am 18. November 2004 im Kunsthaus Zürich statt.

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bonn, wo sie vom 17. Juni bis 29. August 2004 zu sehen sein wird, und dem Magasin 3 Stockholm Konsthall in Stockholm, Ausstellungsdauer vom 9. Oktober bis 19. Dezember 2004.

Zur Ausstellung erscheint ein durchgehend illustrierter Katalog.
Kurator: Dr. Christoph Heinrich
Die wissenschaftliche Erarbeitung des Katalogs wurde durch einen Zuschuss der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius ermöglicht.

mit Unterstützung des British Council und
die tageszeitung, taz nord.

  

Mona Hatoum

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