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Vilhelm Hammershøi
22. März bis 29. Juni 2003

Hamburger Kunsthalle zeigt erste Werkschau Vilhelm Hammershøis in Deutschland

 


Biographie Vilhelm Hammershøi

1864
Hammershøi wird am 15. Mai als zweiter Sohn einer bürgerlichen Kaufmannsfamilie in Kopenhagen geboren.

1872-1878
Erhält ab seinem achten Lebensjahr privaten Zeichenunterricht.

1879
Beginnt im Oktober sein Studium an der Kopenhagener Kunstakademie.

1883
Besucht parallel zur Akademie Kurse an De frie Studieskoler (Die Freien Studienschulen). Vorbild für die Schulen sind die Pariser Ateliers des französischen Salonmalers Léon Bonnat, wo zahlreiche skandinavische Künstler ausgebildet wurden. Hammershøi malt seine ersten Gemälde: Landschaften und Portraits.

1885
Nach Abschluss seines Studiums gibt er in der Charlottenborger Frühjahrsausstellung der Kunstakademie sein Debüt mit Portrait eines jungen Mädchens. Weil er dafür nicht den erhofften Neuhaus-Preis erhält, protestieren einige Künstler öffentlich. Besucht Berlin und Dresden mit dem Akademiefreund und Maler Rasmus Christiansen.

1889
Besucht im Juni/Juli die Pariser Weltausstellung, da er dort mit vier Werken in der dänischen Abteilung vertreten ist.

1890
Auch sein Gemälde Schlafzimmer wird von der Ausstellung der Kunstakademie abgelehnt, worauf der Künstler Johan Rohde Den Frie Udstilling (Die Freie Ausstellung) organisiert, in der auch Hammershøis Werke präsentiert sind. Im Juni Verlobung mit Ida Ilsted (1869-1949). Einer der wichtigsten französischen Kunstkritiker und Sammler, Théodore Duret, besucht Kopenhagen und zeigt sich begeistert über Vilhelm Hammershøis Arbeiten.

1891
Am 5. September heiraten Hammershøi und Ida in Kopenhagen. Am selben Tag noch beginnen sie ihre Flitterwochen mit einer Reise nach Paris über Holland und Belgien. Hammershøi besucht Duret, der ihn an den Kunsthändler Durand-Ruel empfiehlt. Durand-Ruel läßt das Portrait von Ida Ilsted – nachdem es neben sechs weiteren Bildern in der Münchner Jahresausstellung gezeigt wurde – nach Paris kommen und stellt es in seiner Galerie aus.

1893
Hammershøi erhält ein Reisestipendium über 600 Kronen von der Akademie und reist mit Ida von September bis Dezember nach Italien. Sie reisen über München, Verona, Venedig, Bologna nach Florenz mit Ausflügen nach Fiesole und Siena. Der Heimweg führt sie über Padua, Verona, München und vielleicht auch Berlin. Im Winter malt Hammershøi Artemis.

1897
Umzug in das neu gebaute ?huset in ?boulevarden, Kopenhagen. Im August besucht der Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, Kopenhagen und interessiert sich für Hammershøi. Sergej Diaghilev, Gründer des Ballets Russes, besucht ebenfalls im August Kopenhagen, um eine Ausstellung skandinavischer Kunst in St. Petersburg vorzubereiten. Er kauft zwei Gemälde von Hammershøi.
Von Oktober bis Mai 1898 reist Hammershøi mit seiner Frau nach London.

1898
Hammershøi versucht vergeblich James McNeill Whistler zu treffen, der sich zu dieser Zeit in Frankreich aufhält. Heimkehr nach Kopenhagen im Mai. Dort am 15. September Umzug in eine Wohnung in der ersten Etage der Strandgade 30 im Stadtteil Christianshavn. Die Wohnung gewinnt eine große Bedeutung für Hammershøis Werk: Die meisten seiner Interieurdarstellungen entstehen dort.

1900
Erste Einzelausstellung in der Kopenhagener Kunstforeningen. Emil Nolde, der damals ebenfalls in Kopenhagen lebt, besucht Hammershøi. Teilnahme an der Weltausstellung in Paris mit zehn Gemälden und einer Zeichnung und an der Großen Berliner Kunst-Ausstellung, in der 15 seiner Gemälde gezeigt werden.

1902
Das Gemälde Fünf Portraits wird in Den frie Udstilling gezeigt und ist heftig umstritten. Vom Oktober bis Februar 1903 Reise nach Rom. Teilnahme an der Nordischen Kunstausstellung im Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld.

1903
Rückreise über Neapel mit Besuchen in Paestum und Salerno. Fünf Portraits wird auf der Biennale in Venedig ausgestellt.

1904
Das Portrait Ida Ilstedt wird auf der Internationalen Kunstausstellung im Städtischen Kunstpalast Düsseldorf neben einer Landschaft Hammershøis ausgestellt. Nach einem Besuch dieser Ausstellung beginnt sich Rilke für das Werk von Hammershøi zu interessieren. Er fährt deshalb nach Kopenhagen, um dort Anfang Dezember den Maler zu treffen, über den er einen Essay schreiben will. Ein Vorhaben, dass Rilke nicht verwirklicht. Fünf Portraits wird in der Neunten Kunstausstellung der Berliner Secession gezeigt.

1905
Hammershøi erhält am 5. September Besuch von dem Berliner Kunsthändler Paul Cassirer, der sowohl von Hammershøi direkt, als auch über die Kopenhagener Kunsthändler Winkel & Magnussen mehrere Bilder kauft. Winkel & Magnussen veröffentlichen ein Album mit Reproduktionen nach zehn Gemälden Hammershøis. Einzelausstellung in der Galerie Eduard Schulte in Berlin, die wegen ihres Erfolgs im Anschluss auch in der Kölner Niederlassung der Galerie gezeigt wird. Als Stiftung von Sir Alfred Beit, London, erwirbt die Berliner Nationalgalerie von Schulte das Interieur Sonnige Stube. Hammershøi besucht von November bis Januar 1906 London, wo er zwei Ansichten des Britischen Museums malt.

1906
Rückkehr aus London und Einzelausstellung in der Galerie Paul Cassirer in Hamburg am Jungfernstieg. Der Kunsthändler erwirbt für sich privat Hammershøis Gemälde Der Hof. Teilnahme an der II. Ausstellung von Paul Cassirer in Berlin mit drei Gemälden.

1907
Ab 29. September Besuch in Italien; der Hinweg führt das Ehepaar über Berlin, München und Verona nach Florenz. Einzelausstellung in der Van Wisselingh Gallery und Teilnahme an der Guildhall Exhibition in London.

1908
In der Galerie Eduard Schulte in Berlin werden Hammershøis Werke zusammen mit Arbeiten deutscher und französischer Künstler gezeigt.

1909
Weil der Hausbesitzer wechselt, muss das Ehepaar aus der Strandgade 30 ausziehen. Umzug in die Kvæsthusgade 6. Der Maler wird zum Mitglied der Generalversammlung der Akademie ernannt. Teilnahme an der X. Internationalen Kunstausstellung im Glaspalast in München.

1910
Umzug ins Mittelgebäude der Bredgade 25. Hammershøi wird Ratsmitglied der Kunstakademie.

1911
Hammershøi wird in Rom bei der Esposizione Internazionale di Roma – Mostra di belle arti der erste Preis verliehen; er zeigt dort 13 Gemälde.

1912
Einladung der Uffizien in Florenz, ein Bild für deren Sammlung von Selbstportraits zu malen. Besuche in London im Juni und dann später von November bis Januar 1913. Werke von Hammershøi werden auf der Scandinavian exhibition in New York, Buffalo, Toledo, Chicago und Boston gezeigt.

1913
Nach der Rückkehr aus London zieht Hammershøi in den ersten Stock der Asiatischen Handelsgesellschaft in der Strandgade 25. Er hatte das Haus bereits mehrere Male zuvor gemalt– es liegt schräg gegenüber seiner alten Wohnung in Strandgade 30. Während eines Besuchs in London im April mietet Hammershøi eine Wohnung in der Guilford Street.

1914
Die Mutter, Frederikke Hammershøi, stirbt am 11. Juni im Alter von 76 Jahren. Hammershøi selbst erkrankt an Rachenkrebs.

1915
Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich. Er malt nur noch ein Bild, nämlich ein letztes Interieur, das Ida bei der Handarbeit zeigt.

1916
Am 13. Februar stirbt Hammershøi im Kopenhagener Stadtkrankenhaus. Fünf Tage später findet die Trauerfeier in der Frederiksberg-Kirche statt, begraben wird er in Vastre Kirkegård. Gedenkausstellung in der Kopenhagener Kunstvereinigung von April bis Mai.


 

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