| Hasta...¡Goya! |
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Der berühmteste Künstler dieses Konvoluts ist Francisco
de Goya (1746-1828). In seine Anfangszeit am Hofe König Karls
III. fällt die künstlerische Auseinandersetzung mit einem
der größten, wenn nicht „dem“ größten
spanischen Maler überhaupt: Diego de Velázquez (1599-1660).
Goya schuf Ende der 1770er Jahre eine Folge von Zeichnungen nach Gemälden
dieses „Malers der Maler“ („Le peintre des peintres“,
so Edouard Manet 1865 über Velázquez), um nach ihnen Radierungen
auszuführen. Sechs der Zeichnungen dieser Folge sind zu sehen.
In den Radierungen schulte sich Goya in einer noch jungen Technik,
die in seinem späteren druckgraphischen Werk eine zentrale Rolle
einnehmen sollte, der Aquatinta-Technik. Der künstlerische Weg hin zu Goya beginnt mit Arbeiten der Künstler,
die alle in mehr oder weniger direkter Abhängigkeit zu Italien
stehen: Luis de Vargas (1502-1568) lebte und arbeitete fast dreißig
Jahre lang in Italien, sein Porträt eines Jünglings sucht
in Ausdruck und Sanftheit die Nähe Raffaels. Der in Florenz geborene
und früh nach Spanien gelangte Vicente Carducho (um 1576-1638)
zeichnet und denkt florentinisch. Dies ist klar zu erkennen an seiner
„Studie eines sitzenden Jünglings“ und nachzulesen
in den von ihm verfassten „Dialogos de la Pintura“ von
1633. Der Sevillaner Maler und Kunstschriftsteller Francisco Pacheco
(1564-1644), zeigt sich mit einem selten in der spanischen Kunst dargestellten,
der italienischen Kunst verpflichteten „Männlichen Akt“.
Pachecos in der Tradition italienischer Kunsttherorie stehender „Arte
de la Pintura“ von 1649 ist eines der wichtigsten Kunsttraktate
in spanischer Sprache. Wie Velázquez war auch die wohl umfassendste
Künstlerfigur Spaniens ein Schüler Pachecos: Alonso Cano
(1601-1667). Hundert Jahre nach den italienischen Universalgenies
Raffael, Leonardo oder Michelangelo vereinte er in Spanien die drei
Künste Architektur, Skulptur und Malerei in seiner Person. Eine
Ausnahmeerscheinung in der - nicht nur spanischen - Kunstgeschichte
ist sicherlich Bartolomé Esteban Murillo (1617-1682). Er ist
mit seiner Schule der zahlenmäßig am stärksten vertretene
Künstler der Hamburger Sammlung. Seine Federzeichnungen überraschen
vor allem durch ihre große Leichtigkeit und weisen nur sehr
wenig von der nicht immer geschätzten Süßlichkeit
seiner Gemälde auf. Die weit ausgeführten Kreide- oder Rötelzeichnungen
stehen als deren Vorstudien in wesentlich engerer Beziehung zu seinen
Gemälden, oder sie sind gar Nachzeichnungen im Sinne eines „Liber
Veritas“. Neben Murillo sind es Vater und Sohn Francisco de
Herrera (d. Ä., 1576-1656; d. J., 1622-1685) und Francisco de
Zurbarán (1598-1664) in Sevilla, sein Schüler Antonio
del Castillo y Saavedra (1616-1668) und wiederum dessen Schüler
Juan de Valdés Leal (1622-1690) in Córdoba, die einen
umfassenden Einblick in die andalusische Zeichenkunst des spanischen
17. Jahrhunderts zu geben vermögen. Kuratoren der Ausstellung: |
Francisco de Goya (1746-1828)
Bartolomé Esteban Murillo (1617-1682)
Bartolomé Esteban Murillo (1617-1682) © Hamburger Kunsthalle / bpk; |