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Lyonel Feininger
Menschenbilder. Eine unbekannte Welt
24.Oktober 2003 - 1.Februar 2004


Eine kleine Sensation!
Feiningers Weihnachtsbaumschmuck

Ein bislang unbekanntes Werk von Lyonel Feininger kann jetzt im Rahmen der Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden. Es handelt sich um den Weihnachtsbaumschmuck, den der Künstler 1915 in Berlin für den alljährlichen Gebrauch im privaten Rahmen der Familie Feininger schuf und in dem sich die figürliche Bildwelt des Feiningerschen Frühwerks widerspiegelt.
Die Hamburger Kunsthalle zeigt den Weihnachtsbaumschmuck in einer gläsernen Vitrine in der Rotunde des Altbaus.
Ermöglicht durch die "Freunde der Kunsthalle e.V.".
 

Nach der Retrospektive der Zeichnungen und Aquarelle Feiningers, die unser Haus 1998 erfolgreich organisierte, kann nun ein weitgehend unbekannter Teil von Feiningers Werk neu entdeckt werden. Obwohl in den großen Ausstellungen, die sich in der Vergangenheit dem Werk Feiningers widmeten, das figürliche Werk als Beleg einer frühen Werkphase auch präsent war, ist speziell diesem wichtigen Teil innerhalb des gesamten Schaffens von Lyonel Feininger bislang noch nie eine umfangreiche Ausstellung gewidmet worden. An Hand von rund 30 Gemälden, einer Plastik und einer größeren Anzahl von Arbeiten auf Papier wurden die figürlichen Kompositionen, die Feininger seit 1907 zunächst aus seinen Karikaturen entwickelte und schnell zu einer vollkommen eigenständigen Bildwelt werden ließ, zum ersten Mal eingehend untersucht. Dabei sind auch eine Reihe von bedeutenden Werken aus internationalen Privatsammlungen zu sehen, die in der Vergangenheit selten oder noch nie öffentlich gezeigt wurden. Der Zeitraum der ausgewählten Werke umfasst das gesamte Schaffen Feiningers, jedoch mit einem Schwerpunkt auf Arbeiten aus den Jahren von 1908 bis 1916.

Feininger kam erst mit 36 Jahren zur Malerei, nachdem er zuvor fast zwei Jahrzehnte als kommerzieller Karikaturist für unterschiedliche Zeitschriften tätig war. Die Malerei konnte sich jedoch erst entfalten, als sich die satirischen Zeichnungen von ihrem kommerziellen und zweckgebundenen Auftrag entfernt hatten und selbstständig geworden waren. Auf der Grundlage der französischen Romanliteratur des 19. Jahrhunderts, den großen Werken von Balzac, Sue und Hugo, schuf Feininger innerhalb kurzer Zeit einen inhaltlichen Rahmen für seine Kompositionen, in denen die unterschiedlichsten Figurentypen wie auf einer Bühne nebeneinander auftreten. Feininger wollte in diesen ungewöhnlichen und vergleichslosen Bildern weder eine Illustration der literarischen Vorlage schaffen noch oberflächliche Komik erzeugen. Vielmehr zeigen diese Figurenkompositionen kleine Welten, die der bestehenden Gesellschaft ähneln, diese jedoch immer wieder irritieren, aufbrechen und in Frage stellen. Mit den unterschiedlichsten Figurentypen wie Arbeiter, Prostituierte, Maskierte, Trompetenbläser, Kinder oder Jesuiten, entstanden so Bilder von einer Welt, die surreale Züge trägt.

Die Ausstellung wird von der Familie und dem Nachlass von Lyonel Feininger nachhaltig unterstützt.

Ermöglicht durch British American Tobacco


Kurator der Ausstellung:
Dr. Ulrich Luckhardt



Hamburger Kunsthalle Glockengießerwall 20095 Hamburg
Telefon 040 - 428 131 200 Telefax 040 - 428 54 34 09
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