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Noble Gäste. Meisterwerke des Impressionismus
aus der Kunsthalle Bremen

15. Februar 2009 bis 21 August 2011

Altbau, 2. Stock, in den Sälen zum französischen Impressionismus

Seit dem 15. Februar 2009 sind für eine Dauer von zwei Jahren fünf impressionistische Meisterwerke aus der Kunsthalle Bremen zu sehen.
Die dortigen Umbauarbeiten geben die Gelegenheit, mit herausragenden Schlüsselwerken die Sammlung der Hamburger Kunsthalle zu ergänzen und zu verstärken. Die Werke, die als „Noble Gäste“ in der Hamburger Kunsthalle künstlerisch bedeutende Akzente setzen, verdeutlichen die langen, lebendigen Beziehungen der beiden Kunsthallen in Bremen und Hamburg. Sie reichen von der Zeit um 1900, als Gustav Pauli und Alfred Lichtwark als Direktoren wirkten, und dauern bis heute an.

Das 1889 gemalte Mohnfeld von Vincent van Gogh stellt den Mittelpunkt der Auswahl dar, eine bewegte, farbensprühende Landschaft, die der Künstler während seines Aufenthalts in der Heilanstalt in Saint-Rémy schuf. Das Bild rief 1911 bei seiner Erwerbung durch Gustav Pauli, der damals Direktor der Bremer Kunsthalle war, einen Skandal hervor. Dieser gipfelte in dem „Protest deutscher Künstler“, der von dem Maler Carl Vinnen – der übrigens Teile des alten Treppenhauses der Hamburger Kunsthalle ausgemalt hat – initiiert wurde.

Das 1866 von Claude Monet gemalte ganzfigurige Porträt seiner Geliebten und späteren Frau Camille war der erste große Salonerfolg des Künstlers. Die modische Bekleidung der jungen Frau, ein schwarz-grün gestreiftes Seidenkleid mit schwarzer, pelzverbrämter Samtjacke, wird durch den fließenden Duktus Monets zu einem malerischen Ereignis.

Edouard Manet portätierte seinen Freund, den Schriftsteller Zacharie Astruc 1866 in temperamentvollen Zügen. Hinter einem Tisch voller Bücher erscheint der berühmte Kritiker und Dichter, der sich als Erster für Manet einsetzte und ihn gegen die allgemeine Kritik verteidigte.

Zwei Landschaften von Camille Pissarro, Landschaft mit pflügendem Bauern (1868) und Märzsonne (1875) sowie das Gemälde Junges Mädchen im Atelier (1888) von Henri Toulouse-Lautrec vervollständigen die Auswahl der Gemälde. Sie werden ergänzt durch vier bedeutende Skulpturen von Auguste Rodin, unter anderem Jean de Fiennes und Jean d'Aire aus der Serie der Bürger von Calais.

 

Vincent van Gogh (1853-1890), Mohnfeld,1889/90,
Öl auf Leinwand

Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901), Junges Mädchen im Atelier (Hélène Vary), 1888, Gouache auf Pappe

© Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Photos: Lars Lohrisch