| Sonderveranstaltung Versteigerung
und Finissage
Montag, 8. September 2003, 19.30 Uhr, in den Räumen 018 und 019
der alten Kunsthalle
Die Freunde der Kunsthalle konnten Jochen Hein für eine exklusive Edition gewinnen. In den letzten
Wochen sind 12 kleinformatige Gemälde von Wasseroberflächen
entstanden, die zusammen das Bild eines Flusses ergeben. Jochen Hein
schenkt diese Arbeiten den Freunden.
Der Erlös der Versteigerung bildet den Grundstock eines neuen
"Fonds der Jungen Freunde", aus dem in Zukunft aktuelle
Kunst erworben werden soll.  |
| „Da kann man stundenlang
aufs Meer schauen –
das Meer schaut doch nie zurück!“
Nichts geringeres als die Erhabenheit der Natur ist
das Thema des 1960 in Husum geborenen Jochen Hein. „Der Wunsch
des Menschen, mit etwas Größerem als sich selbst in Kontakt
zu treten, ist der Anstoß für meine Bilder und fortwährender
Motor meiner Arbeit“, sagt Hein über seine Werke, die
heimische Landschaft zeigen. Nicht anachronistisch, sondern zeitlos
sind diese Naturstudien, die in ihrer Genauigkeit und Brillanz an
deutsche Romantiker erinnern, und in ihrer atmosphärischen Dichte
wie das Kondensat eines Augenblicks wirken. Manche seiner Bilder sind
kaum größer als ein Schulheft, andere füllen eine
ganze Museumswand. Doch gleich welchen Formats: Sie zeigen Kraft,
Weite und Rätselhaftigkeit einer Natur, die der Mensch zwar berühren
und gestalten kann, die jedoch ebenso gut ohne den Menschen auskommt.
Jochen Heins Bilder eröffnen dem Auge des Betrachters eine Tiefe,
einen Reichtum an Details und Strukturen, deren Qualität über
jede technische Reproduktion hinausreicht. Heins Motive sind Urbilder
- wie Baum, Gras, Meer - , die er zunächst mit dem Fotoapparat
sammelt und am Computer bearbeitet, bevor er sie in aufwendigem Malprozess
in dünnen Farbhäuten auf kompakten, geradezu plastischen
Leinwänden umsetzt. „Die Spannung zwischen der Raumwirkung
der Bilder aus der Ferne und ihrer banalen materiellen Beschaffenheit
aus der Nähe betrachtet spiegelt die Spannung, die zwischen Erwartung
und Wirklichkeit liegt.“
Heins Gemälde, die wir in der 13. Ausstellung unserer Reihe
Standpunkt zeigen, sind funkelnde Objekte von großem
malerischen Reiz und zugleich Fenster, die in eine uns scheinbar vertraute,
doch nie zu ergründende Natur führen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalogheft für € 3.
Kurator der Ausstellung: Dr. Christoph Heinrich
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